Das Vakuum-Fluoreszenzdisplay

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In einer kaputten Luxus-Stereoanlage fand ich dieses Display. Klar, sowas lässt einen nicht so schnell los. Erstens will man rausbekommen, wie es angeschlossen wird, und zweitens möchte man ja mal sehen, welche Funktionen das Teil in seinen besseren Tagen hatte. Also vorsichtig an die äußeren Anschlüsse eine Heizspannung angelegt, dann etwas Anodenspannung, einige Anschlüsse ausprobiert, und siehe da, es leuchtet in mehreren Farben!

Für den Betrieb an ca. 18 V hat es sich bewährt, die Heizung über eine kleine Glühlampe an der selben Versorgungsspannung zu betreiben. Das vorliegende Modell brachte mit einem Heizstrom von 150 mA einen guten Erfolg. Alle neun Gitter und alle Segmentanoden wurden einfach zusammengeschaltet und an die Anodenspannung gelegt..

Display hin, Fluoreszenz her, es handelt sich insgesamt um eine Vakuumröhre mit direkt beheizter Kathode, Gitter und Anode, also um eine echte Triode! Also sollte es doch möglich sein, einen Röhrenverstärker daraus zu bauen. Gesagt, getan. Heizspannung 3 V, Anodenspannung 32 V, ein Sennheiser-Kopfhörer mit zwei mal 600 Ohm im Anodenkreis, ein Gittervorwiderstand von 10 k zur Anode, Koppelkondensator ans Gitter, fertig!

Es stellt sich eine Gitterspannung von ca. +7 V ein, der Gitterstrom ist ca. 2 mA. Der Anodenstrom beträgt trotz der geringen Anodenspannung satte 5 mA. Die Spannungsverstärkung ist zwar nicht viel größer als zweifach, aber man erhält ein absolut sauberes und wohlklingendes Signal. Die Lautstärke ist mehr als ausreichend, jedenfalls wenn man sich nicht die Trommelfelle rausblasen will.

Die Röhre ist dank der flachen Bauweise mit den Anoden direkt an der hinteren Glasplatte sehr robust. Nur eines kann sie nicht vertragen: Wenn man die Anodenspannung an die Heizung legt!

Manch einer verlorenen Stunde
lag ein sehr kleiner Fehler zugrunde.

(Dietrich Drahtlos)


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