Der Alu-Fritter
Ein
Fritter (auch Kohärer) war einen Art Wackelkontakt, der durch
HF-Signale geschlossen wird. Die ersten Morsesender vor über 100 Jahren
verwendeten Fritter als Empfänger. Sie waren mit einem Metallpulver
gefüllt. Dass es auch mit Alufolie geht, hätte ich nicht gedacht. Aber
ein Artikel im Praxisheft 36 des AATiS hat mich darauf aufmerksam
gemacht: Christoph Ernst, Freihandversuch: Der Kohärer. Er hat
Kügelchen aus Alufolie gebildet und in ein Glas zwischen zwei Alufolien
gelegt. Meist wird der Kontakt wegen der dünnen Oxidschickt auf den
Kügelchen nicht geschlossen. Aber mit einem HF-Impuls von einem
Grillanzünder werden isolierende Schichten durchschlagen, und der
Stromkreis wird geschlossen.
Ich habe alles in ein kleines Glasröhrchen eingebaut. Der weiche
Stopfen sichert zugleich die Verbindung zwischen Alustreifen und
Kupferlitze. In Reihe zum Fritter liegt eine 9V-Batterie, ein
Widerstand mit 1 kOhm und eine helle grüne LED. Oft geht die LED schon
von allein an. Dann muss ich etwas am Röhrchen klopfen, bis sie
ausgeht.
An mein Piezo-Feuerzeug habe ich noch eine kleine Antenne
gesteckt, um die Abstrahlung zu erhöhen. Diese Antenne muss ich recht
nahe an die Zuleitungsdrähte des Frittes halten und dann das Feuerzeug
betätigen. Dann geht die LED an. Und sie bleibt an, bis ich den
Stromkreis durch Klopfen wieder öffne. An den ersten Morseempfängern
gab es dazu eine Art Klingel, die mit einem Klöppel gegen den Fritter
klopfte, bis er Stromkreis wieder geöffnet war.
Mein Fritter zeichnet sich nicht durch große Empfindlichkeit aus. Ich
muss also mit der Sendeantenne sehr nah an den Empfänger gehen. Das
könnte daran liegen, dass die Alufolie eloxiert ist und damit eine
dickere Oxidschicht hat. Man könnte vielleicht mit anderen Folien oder
mit andern Metallen experimentieren. Und Heinrich Hertz hatte damals
wenigstens zwei Dipole gleicher Länge, sodass die Übertragung durch die
Resonanz der Antennen effektiver war. Es gibt also noch einiges zu
verbessern.
Einen rein elektronischen Fritter gab es schon mal in der Bastelecke: Uropas Funkensender, Bastel7.htm
Genauere Infos über die historeische Entwicklung der Fritter: www.seefunknetz.de
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